Triggerwarnungen in Büchern

Eine Triggerwarnung bezieht sich auf verstörende Inhalte in Texten, die z.B. nicht aus dem Klapptext hervorgehen. Solche Inhalte könnten bei bestimmten Personen einen Flashback auslösen. Man konfrontiert Menschen mit seinen Texten eventuell ungewollt mit Themen, die schlechte Erinnerungen hervorrufen. Dies soll durch Trigger- bzw. Contentnotes vorab kommuniziert werden. So das die LeserInnen eventuell die Finger von einer Geschichte lassen können, die ihnen eventuell nicht guttut.

Sind Triggerwarnungen oder Contentnotes also notwendig

Triggerwarnungen sind eine gute Maßnahme, aber eine Sache, die genau wie alles andere im Gleichgewicht gehalten werden sollte. Niemand braucht seitenlange Warnungen, die selbst als Roman durchgehen würden. Fast jede Szene kann Reize auslösen – einfach alles,

denn es gibt so unglaublich viele Menschen, die in unterschiedlichster Weise schlimme Dinge erleben mussten oder an Phobien leidet.

Manch einer gerät in Panik, weil ein Schmetterling vorüber fliegt, jemand anderes hat große Probleme, wenn ein Teil der Geschichte in einem engen Raum spielt oder Menschenmassen beschrieben werden. Es ist also faktisch unmöglich, jeden Trigger zu benennen.
Eine Freundin sagte letztens etwas Passendes dazu:
„Mich warnt auch niemand vor dem Leben, wenn ich aus dem Haus gehe.“
Also müssen wir wirklich vor Schmetterlingen in Büchern warnen, vor Essen oder Dunkelheit?
Ich selbst möchte Contentwarnungen in meinen zukünftigen Büchern verwenden, werde mich aber auf die Hauptbegriffe fokussieren. Wie beispielsweise Darstellung von Gewalt, Drogen- und Alkoholkonsum, Tod, Missbrauch, Psychische Erkrankungen. Also Begriffe, bei denen es offensichtlich ist, dass sie triggern könnten.

In meinem neusten beendeten Roman sind folgende Triggerwarnungen enthalten:
Suizidversuch
Verlust

Wichtig für alle, die keine Triggerwarnungen verwenden, weil sie sich unsicher sind: Mit wichtigen CNs spoilert ihr nicht, und sie sind auch keine Zensur. Inhaltswarnungen sind keine Empfindlichkeiten.

Ebenfalls wichtig: Triggerwarnungen können hilfreich sein, aber nicht vollständig schützen.

Zum Post:
Das Geschriebene ist meine subjektive Einstellung zum Thema. Über diese Themen kann man diskutieren, aber niemand darf verurteilen etc werden., was ich leider schon erlebt habe.

I wie Investitionen

Bei #hannasschreibabc geht es mit dem Buchstaben I weiter. Ich habe mich für das Thema: Investitionen entschieden.

Seit Jahren schreibe ich mit dem kreativen Schreibprogramm Papyrus Autor und bin damit sehr zufrieden. Mit Word bin ich schnell nicht mehr zurechtgekommen. Ich konnte mich nicht mehr genug organisieren und habe den Überblick verloren. PA hilft mir, strukturierter zu arbeiten und gibt jede Menge Möglichkeiten wie z.B. Figurendatenbank, Organizer, Stilstatistik, Navigator, ein Mindmap), doch PA ist aktuell mit rund 199 Euro nicht gerade günstig. Für mich persönlich aber jeden Cent wert.

Wir schreiben das Jahr 2022 und leben in einer Welt, in der man als kleine Autorin / kleiner Autor nur existent ist, wenn man in irgendeiner Form Content auf den sozialen Netzwerken und der eigenen Website / Blog erstellt. Ansonsten bist du unsichtbar. Das benötigt vor allem Zeit. Zeit, die man investieren muss, die mit dem eigentlichen Schreiben nichts zu tun hat. Ich selbst schaffe es nicht täglich, Inhalte zu produzieren und meine Arbeit zu zeigen, aber ich versuche hier mein Bestes zu geben und für LeserInnen interessant zu sein.

Bleiben wir beim Thema Zeit.

Zeit ist das A und O. Du brauchst Zeit zum Schreiben. Hast du diese Zeit zur Verfügung, ist das wunderbar, hast du sie nicht, musst du sie dir nehmen. Schreibzeiten einplanen und auch kleine Zeitfenster spontan und optimal nutzen.

Doch nicht nur zum eigentlichen Schreiben muss man Zeit investieren, sondern auch zum Schreiben lernen. Denn schreiben ist ein Handwerk. Mit allem was man schreibt, lernt man dazu, verbessert und entwickelt sich. Zeit nehmen sollte man sich auch für Bücher. Lesen im eigenen Genre, im fremden Genre. Auch das bringt einen voran, denn auch durch das Lesen kann man sein eigenes Schreiben weiterentwickeln. Das ist für mich das Schwierigste. Zeit zum Lesen zu finden bzw. mir zu nehmen. Oft entscheide ich mich dann doch für andere Dinge: Musik hören, spazieren gehen, zocken, entspannen. Und das ist auch eine wichtige Investition: Eigenfürsorge, Metime!

Und was zählt noch so zu den Investitionen des Autorinnenlebens?

Messebesuche, Lesungen, Werbung … So unglaublich viele Dinge, die Außenstehenden oft gar nicht bewusst sind. Ja, AutorInnen sind nicht nur still in ihrem Kämmerchen am Schreiben – auch nicht, wenn sie keine Bestseller rausbringen und nicht in aller Munde sind 🙂

Herrje, ich könnte jetzt noch so so viel über Investitionen erzählen. Z.B. was Indie AutorInnen so alles tun müssen. Aber das würde alles sprengen. Daher mache ich hier Schluss und freue mich schon auf den nächsten Buchstaben.

Schreib ABC – F, G,H wie …

F wie Figuren

Im Gegensatz zu Hanna, bei der die Figuren plötzlich da sitzen und sagen »Ich bin XY und das ist meine Geschichte« und der Beginn von allem sind, ist es bei mir eher die Szene selbst, die ich vor mir sehe. Die Figur / die Charaktere sind noch farblos und schwammig. Ich lerne sie nach und nach ein bisschen kennen, wenn ich diese eine Szene im Kopf weiterspinne. Beim Beobachten bekommen sie immer mehr Farben und Konturen. Haben ich sie ein wenig in Form gesponnen, geht es los mit meinen Charakterbögen, die ich über Papyrus Autor erstelle bzw. führe. Dazu gibt es zu den Hauptcharakteren meistens noch ein »Moodboard«, was mir hilft, auch mal nach einer längeren Schreibpause schnell zur Figur zurückzufinden.
Doch auch, wenn man mit Charakterbögen arbeitet und mit ihnen die bedeutsamsten Eigenschaften und Bindungen notiert, sollte man sich Flexibilität bewahren. Mir passiert es nur allzu oft, dass die Figuren nicht immer das machen, was für sie geplant war. Immer wieder lerne ich sie dann beim Schreiben nochmal neu kennen.

G wie Genre

Oh weh, kein gutes Thema für mich. Also, doch eigentlich schon. Zumindest wenn ich in meinem Wohlfühl-Genre unterwegs bin.
Ich bin Fantasyautorin, kenne ich daher in den Subgenres der Phantastik ganz gut aus und kann meine Geschichten einordnen. Doch als ich begann mein Mantamädchen zu schreiben (nein, kein Autoroman – hier gehts um Teufelsrochen) und mit der Einordnung ins Genre konfrontiert wurde, saß ich da und wusste nicht weiter.
Und ich habe noch immer keine Ahnung, in welche »Schublade« ich das Mantamädchen stecken kann.
Es geht um eine Reise Innere aber auch um eine Reise zu einem fesselnden Ort dieser Welt, aber es ist kein Reiseroman. Es geht um die Liebe und um den Schmerz, den sie verursacht, doch ist es kein Liebesroman. Es geht um eine zwischenmenschliche Beziehung, die auf die Probe gestellt wird. Es geht um etwas dramatisch, schockierendes mit knisternder Spannung – aber es ist kein Thriller. Ja, was ist es denn dann? Tja, ich denke, das muss ich meinen TestleserInnen dann überlassen. Ich habe nämlich überhaupt keine Ahnung und habe aufgehört, darüber nachzudenken, bevor ich noch verzweifle.

Und wenn ich mit dem Mantamädchen nicht zur Bestsellerautorin werde, dann werde ich wieder ins Wohlfühlgenre springen und / oder ein Märchen schreiben 😉

@hnoldenjugendbuch s SchreibABC ist eine #mitmachaktion. Hüpft doch in die Buchstabensuppe mit rein, wenn ihr Lust habt.

H wie Herausforderung

Mit jeder neuen Geschichte, die ich in Angriff nehme, stellt mich das Schreiben vor neue Herausforderungen. Das liegt zum einen daran, dass ich mich häufig freiwillig mit fremden Genres konfrontiere oder mich persönlich mental explosiven Inhalten entgegenstelle. Häufig entwickeln sich Herausforderungen aus meiner eigenen Haltung heraus, und dem Anspruch etwas perfekt zu machen.
Manchmal ist die Art der Geschichte eine Herausforderung, wenn es sich beispielsweise um eine begrenzte Anzahl von Zeichen / Wörtern dreht oder ich bei einer Erzählung in eine bereits bestehende Welt eintauchen darf. Welchen Weg wähle ich hier, um weder die schon vorhandenen Gesetze zu brechen, noch meine eigenen kreativen Ideen zu sehr einzuschränken?

Manchmal sind Herausforderungen aber auch alles andere als angenehm. In der heutigen Zeit, in der gendergerechte Formulierungen in der Unterhaltungsliteratur angekommen sind, Content Warnungen beinahe Kurzromane füllen und in jedem Satz etwas Triggerndes oder gar Rassistisches stecken könnte, ist die Herausforderung wohl höher als je zuvor.
Auf Herausforderungen treffe ich also ununterbrochen. Sie machen etwas mit mir – bringen mich voran, lassen mich zweifeln und nachdenken, werfen mich mal aus der Bahn, aber können auch Enthusiasmus und Mut herauskitzeln, etwas ganz Neues anzupacken.
Wer weiß, was sich aus der ein oder anderen Herausforderung noch entwickeln kann.

Wenn Angst und Fassungslosigkeit blockiert

Heute war ein anderer Beitrag geplant.
Ein glücklicher Beitrag über den Abschluss einer Rohfassung, doch ist mir die Laune hierzu vergangen.
Ich wollte mich nie äußern über politische Dinge oder sonstige Themen, die einen meist runterziehen, da die Federspuren für etwas anderes stehen.
Ich möchte entführen in andere Welten, in Abenteuer und zu aufregende Reisen. Durch Geschichten dem Alltag für eine gewisse Zeit entfliehen.

Heute aber schaffe ich es nicht, mich daran zu halten, denn das Schreiben, das Arbeiten an meinen Projekten fällt mir sehr schwer. Meine Gedanken kommen nicht zur Ruhe, drehen sich im Kreise, so sehr, dass mir schwindelig wird.
Was da gerade passiert ist für mich unbegreiflich. Es wird nie aufhören oder? Solange Menschen diese Erde bevölkern, wird nie wirklich Frieden sein. Ich bin fassungslos und fühle mit den Menschen, die direkt betroffen sind. Doch habe ich auch große Angst. Diesem Land helfen? Ja, aber bitte, bitte so, dass wir keine Kriegspartei werden. Ich möchte meine Kinder glücklich, frei und ohne Furcht aufwachsen sehen, mit einer Zukunft, die sie mitgestalten können, damit es vielleicht irgendwann besser wird und wir nie ganz die Hoffnung verlieren.

#peace #againstwar #makelovenotwar

„Sag mal Steffie …“

Heute starte ich hier eine Aktion und beantworte regelmäßig Fragen, die von euch an mich gestellt wurden und werden. Vielleicht kommt die ein oder andere neue noch dazu?

Frage 1:

Sag mal Steffi, wie kamst du eigentlich auf den Namen Federspuren?

Ich selbst kam gar nicht auf den Namen, sondern mein Mann. Er ist schuld 🙂
Meine erste Veröffentlichung stand kurz bevor und ich wollte eine kleine Website / Blog aufbauen und dafür benötigte ich einen Namen. Natürlich sollte das Wort „Feder“ drin vor kommen, das war mir wichtig. Ich versuchte allerhand mit Feder oder dem englischen Wort feather zu erfinden, aber nichts schien zu passen. Wie aus dem Nichts warf mein Mann dann das Wort »Federspuren« in den Raum. Seitdem und das sind mittlerweile stolze 11 Jahre, bin ich im Netz unter dem Namen Federspuren unterwegs.

Warum Federn?

Federn sind etwas Wunderschönes. Sie sind für mich ich ein Symbol der
Zwanglosigkeit und Kreativität.

Vom 4. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts dienten Federn als Schreibgerät. Mit ihrer Hilfe entstanden großartige Geschichten – bis heute, denn ob Gänsefeder, Federkiel oder Füllfederhalter – die Feder ist irgendwie immer da. Sogar im Kugelschreiber oder auch in der Tastatur findet man Federn 😉 ohne sie scheint nichts zu funktionieren.

Federn sind auch eine kleine Sammelleidenschaft von mir. Ob künstliche Feder oder Echt, ich möchte sie alle haben. In meinem Arbeitszimmer schaue ich immer auf eine Pfauenfeder. Eine Falkenfeder habe ich unter einer kleinen Glaskuppel. Manchmal muss ich aber aufpassen, dass meine Kinder (und ihre FreundInnen) nicht jeden Flaum vom Boden aufheben und sie mir freudig schenken.

Aber keine Angst, kein Tier kam meinetwegen je zu Schaden.

Und die Spuren?

Na, die hinterlasse ich mit jeder Geschichte die ich schreibe, ob für ein größeres Publikum oder für ganz Wenige Menschen.
Meine kreativen Spuren bleiben erhalten und
durch die Federn bekommen sie Flügel.

Schreib ABC – E wie …

E wie Exposé

Bei diesem Wort verstecke ich mich gerne ganz schnell unter dem Tisch.
böses Wort. Pfuiii geh weg.

Wozu ein Exposé ?

Ein Exposé hilft insbesondere Verlagen und Agenturen, einen schnellen Überblick zu erhalten. Worum geht es überhaupt im Manuskript?
Ein Exposé dient auch ein wenig als Köder zum Neugierwecken. Aber auch für mich als Autorin ist es hilfreich. Im Grunde ist das Exposé mein roter Faden.
Eine Projektbeschreibung, eine Visitenkarte der Geschichte.

Warum finde ich das Exposé so schlimm?
Tja, fasst mal 300 Seiten Inhalt auf 3 zusammen. Das ist schon fast schmerzhaft. Zumindest, wenn man das Exposé erst schreibt, wenn der Roman fertig ist. Das war bisher meine handhabe und die werde ich in Zukunft ändern.

Ich habe mir vorgenommen, ab sofort erst ein Exposé zu schreiben und danach in die Plotrunde und Schreibphase zu starten. Denn im Grunde ist es nichts anderes, als das, was ich bisher auch getan habe. Lediglich das böse Wort »Exposé« stand nicht als Überschrift in der Datei, sondern »Konzept« oder »Idee«.
Ich glaube, das Thema weckt Ängste in AutorInnen (auch in mir), weil es von Anfang an den Stempel Endboss aufgedrückt bekommt.
Doch meist bemerken wir ja, dass so mancher Endboss nur auf dicke Hose macht und gar nicht unbesiegbar ist.

Oder E wie Erfolg

Was ist Erfolg?
Ganz simpel betrachtet ist Erfolg das positive Ergebnis einer Bemühung.
Doch es ist auch so viel mehr. Zum Beispiel sehen wir es oft als Anerkennung, einen Durchbruch oder Fortschritt an. Erfolg hat oft eine Auswirkung, also eine Folge oder eine Konsequenz. Aber Erfolg ist keineswegs objektiv zu betrachten. Jeder empfindet anders.

Was ist für Erfolg mich persönlich?

»Ich bin darauf gekommen, daß ich nur dann glücklich bin, wenn ich an etwas arbeite, an dem ich Gefallen finde.« John Reed (1887 – 1920)

Glück hat für mich sehr viel mit Erfolg zu tun. Denn Erfolg macht glücklich. Er motiviert und gibt neue Energie. Erfolg war für mich meinen ersten Roman beendet zu haben. Ein »Endprodukt« in den Händen zu halten, etwas, dass ich selbst geschaffen habe. Ein nächster Schritt des Erfolgs war es, etwas zu veröffentlichen. Egal wie winzig dieser Erfolg war. Die eigene Kurzgeschichte gedruckt in einem Heftchen zu sehen war ein Erfolg und hatte einem Effekt, denn ich hatte Blut geleckt. Nach der Kurzgeschichte folgten weitere, dann eine in einer richtigen Anthologie, zwischen Buchdeckeln – was ein großer Erfolg für mein Autorinnenherz. Dann eine Novelle und ein Roman in Kleinverlagen. Ja, kleine Schritte aber für mich große Erfolge.
Erfolge machen Mut weiterzugehen, Ziele in Angriff zu nehmen und dabei spielt die Größe des Erfolgs keine Rolle.

Was ist für dich Erfolg?
Vielleicht einfach glücklich zu sein? Gesund zu sein? Familie und Freunde zu haben? Oder definierst du Erfolg nur oder auch im beruflichen Sinne? Oder ist es, genau wie bei mir so viel mehr?

Schreib ABC – C & D

C wie Chancen

Ich hatte einige Chancen in meinem bisherigen Autorinnenleben und ich habe einige davon genutzt. Auch wenn sie mir keinen Durchbruch als Bestsellerautorin schenkten, vermachten sie mir Veröffentlichungen, LeserInnen, kleine literarische Abenteuer und vor allem Freunde und Bekannte. Ich habe durch verschiedene Chancen, die ich ergriff, viele tolle Menschen kennengelernt, die ich ohne vielleicht nie näher kennengelernt hätte. Doch was ist eigentlich eine Chance?

Es ist ein Synonym für die Wahrscheinlichkeit, mit der ein günstiges Ereignis eintritt.
Wenn ich also eine AutorIn sein will, dann sollte ich die Chance ergreifen, andere AutorInnen kennenzulernen. Wie kann das günstig für mich sein?

Ich sehe andere AutorInnen – egal wo auch immer sie auf ihrer Karriereleiter stehen, nie als Konkurrenz, sondern als Bereicherung an. Denn wir können so viel voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen, so dass unsere einzelnen Chancen immer weiter wachsen und wir vielleicht das erreichen, was wir uns wünschen.

D wie Durchhalten

Ich habe mich heute für das Wort Durchhalten entschieden, weil es für mich so unglaublich passend ist. Ich bin kein Überflieger und keine Rampensau. Ich stehe nicht hinter dem Büchertisch und setze mich für meine Werke genug ein. Eher mache ich noch Werbung für meine KollegInnen. Das kann ich besser.

Doch habe ich keine Probleme mich zu zeigen, weder auf Lesungen, Messen & Conventions, noch im Netz, aber ich preise mich nicht gerne an. Daher ist es etwas schwieriger für mich, in dieser Branche zu überleben. Aber ich halte durch und gehe weiter, halte nicht an, denn wie heißt es so schön, nicht der Beginn wird belohnt, sondern das Durchhalten. Wie oft habe ich mich schon gefragt, warum ich Social Media betreibe. Aber gerade in der Zeit der Pandemie, ist das www beinahe das einzige Fenster nach draußen, um gesehen und gelesen zu werden als AutorIn.
Und dann kommen sie, die Momente, in denen ich merke, dass sich alles irgendwie lohnt – das Durchhalten – auch, wenn es nur oft nur ein Augenblick ist, der aber so viel Bedeutung hat. Wie z.B. das angesprochen werden »Du bist doch die Federspuren, oder«, »hast du nicht diese Kurzgeschichte XY geschrieben?«, »Du bist Autorin, oder?«, oder Anfragen kommen, ob man einen Beitrag zu einer Reihe / Anthologie beisteuern möchte. Oder im Radio erwähnt wird, weil eine Leserin deinen Roman als ihr Lieblingsbuch vorstellt.
Das habe ich alles erlebt, weil ich durchgehalten habe. Ich werde auch weiterhin meine Passion / Berufung Schreiben nicht aufgeben und auch den Traum vom Schreiben für ein größeres Publikum niemals verblassen lassen.
Immer wieder kann es Tore und Türchen geben, die sich öffnen. Und da schauen wir mal zurück zum Buchstaben »C«. Chancen nutzen, auch wenn sie euch eine scheiß Angst und Unsicherheit bescheren: einfach mal machen und durchhalten – es könnte ja gut werden 😉

Das Schreib ABC (A & B)

Meine liebe Autorenkollegin Hanna Nolden rief vor zwei Wochen die Aktion #hannasschreibabc ins Leben. Ich hinke etwas hinterher, doch möchte ich sehr gerne mich noch einreihen und mitmachen.
Jeden Donnerstag schnappt sie sich einen Buchstaben, sucht sich ein Wort aus und schreibt etwas dazu. Jeder der Lust hat, kann mitmachen. Entweder mit demselben Wort oder mit einem eigenen.
Bei mir hat natürlich alles etwas mit dem Schreiben zu tun 😉

A wie Anfang

Einfach mal machen.
Tu es oder tu es nicht – es gibt kein Versuchen.
So einfach ist es nicht? Hmm, das kommt auf den Blickwinkel an, aber was bringt es uns, wenn wir immer nur über etwas reden, uns hineindenken, aber es nie in Angriff nehmen? Dabei kann ein Anfang etwas Befreiendes haben. Ob der Anfang dann auch ein befriedigendes Ende haben wird, ist nicht garantiert. Das ist es nie. Aber alleine etwas in Angriff genommen zu haben, den ersten Schritt in ein neues Abenteuer gewagt zu haben, ist es wert.
Es ist schon lange her, da habe ich Gedichte geschrieben, die mir aber nicht mehr ausgereicht haben, um das zu erzählen, was in meinem Kopf herumschwirrte. So startete ich meinen Weg mit Kurzgeschichten. Doch auch diese reichten nicht mehr aus – ich wollte mehr. Sah einen Berg, durch den ein riesiger Fluss floss und eine Welt in zwei teilte. Ich hörte Gesang von fremden Wesen und Feuer gegen Wasser kämpfen und ich sah diese zwei Kriegerinnen und glaubte nicht, dass ich dieser Geschichte gewachsen war. Ich hab‘s trotzdem getan. Mein erster Roman entstand. Und so ging es weiter. Bei jeder Geschichte war ich mir unsicher, ob ich es schaffen würde, das zu schreiben, was mich da im Kopf und Bauch so verrückt machte – aber ich hab einfach angefangen. Wort für Wort. Satz für Satz. Dann – diese ewig wachsende Idee eines romantischen Abenteuerromans (ohne Fantastik). »So was kann ich nicht«, dachte ich mir und dann hab ich‘s einfach getan. Und siehe da – ich kann‘s ja doch.
Einfach mal anfangen – könnte ja gut werden!

B wie BetaleserInnen & BrainstormpartnerInnen

Was wäre ich ohne sie?
Was wäre ich ohne die Vertrauten, denen ich meine gruseligen Rohfassungen mit zitternden Händen und zugepressten Augen entgegenhalte?
Durch sie werden so viele Ecken rund und versteckte Löcher gestopft, Kommas gesetzt (jup, ich kann‘s einfach nicht) und verknotete Sätze befreit. Knallhart mit ehrlicher Kritik, hilfreichen Tipps und Mutmachknuddlern.
Ja, Betalesungen sind Augenöffner. Sie können Tränen hervorbringen, aber vor allem können sie eins: Geschichten zu dem machen, was sie später sind.

Rückblick und Ausblick

Im vergangenen Schreibjahr jagte zwar kein Highlight das nächste und doch war 2021 intensiv und emotional.
Meinen dystopisch angehauchten Roman Azurum konnte ich wie geplant beenden. Ob ich mit dem Skript an eine Agentur gehe oder doch lieber direkt auf Verlagssuche, ist noch offen. Aktuell wartet der blaue Roman erstmal auf die letzte Überarbeitung, nachdem meine fleißige Betaleserin ihn genau unter die Lupe genommen hat.
Was ist noch so geschehen?

Im Sommer erhielt ich die Chance, eine Novelle zu einem phantastischen Universum beizusteuern. So begab mich auf den Pfad der Kolibris. Doch das Schreiben erwies sich als äußerst schwerfällig, und zwar so sehr, dass ich Abstand benötigte. Abstand zum Skript. Diese notwendige Distanz brachte mir dann der NaNoWriMo. Das erste Mal war ich bereit, den Novemberschreibmarathon mitzumachen. Und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, denn ich begann die Rohfassung eines Romans, der mir schon so lange im Kopf herumschwirrte. Ich nutzte die Chance und ging abseits meiner Wege. Fort von der Phantastik. Tja, nun fragt ihr euch, was, wenn nicht Fantasy? Und ich habe keine Ahnung, wie ich euch diese Frage beantworten kann. Vielleicht ist es eine Mischung aus Love & Landscape plus Thrill. Geschichten in Kategorien einzuordnen ist eine meiner größten Schwächen.

Ansonsten hoppelte da noch das ein oder andere Plotbunny mir über den Weg. Irgendwas mit Schnee und Eis und Zwillingen und so … 😉

Ausblick

Ich habe dieses Jahr tatsächlich ziemlich genaue Ziele und diese beinhalten nicht nur das Beenden eines Projektes, wie im vergangenem.

Die letzte Überarbeitung von Azurum steht an und damit auch die Entscheidung, was ich mit dem blauen Roman machen werde. Agentur? Kleinverlag? Oder etwas anderes? Was es schlussendlich sein wird, beschließe ich bei oder nach der bevorstehenden und Überarbeitung. Die Story wurde noch einmal in die Mangel genommen und ich werde bald tief einatmen und all die Kommentare durchgehen.

Des Weiteren und ganz oben auf der Liste, steht meine Kolibri-Novelle, die ich zu einem phantastischen Universum beisteuern darf. Der Abstand zum angefangenen Skript hat gut getan und neuen Begeisterung geweckt.

Das NaNo Projekt (Mantamädchen) muss dafür erst einmal ruhen. Jedoch werde ich das angefangene Kapitel zu Ende bringen und dann erst das Skript zur Seite schieben.

Und irgendwann – ich hoffe bald – klopfen die Engel an meine Türe.
Die Neuauflage von Dastan wird mir noch mal ordentlich Arbeit bescheren, aber dann dürfen sie endlich wieder fliegen – im neuen Gewand mit neuer Energie und hoffentlich zu euch 😉

Rückblick und Aussicht

NaNoWriMo
Tja, da ist er schon vorbei, der November, der NoNoWriMo. Zack und weg. Aber nein, so einfach ist das nicht. Der nano war für mich ja nur ein Anfang. Gewonnen habe ich nicht oder doch? Ich habe das offizielle Ziel von 50.000 Wörtern nicht erreicht. Ebenso wenig meine eigenen angepeilten Wortzahlen. Aber das ist völlig in Ordnung, denn dieser Schreibmonat hat mir ein großes Geschenk gemacht: Mein Mantamädchen. Noch gibt es keine abgeschlossene Rohfassung, noch ist es in Bearbeitung, aber ich weiß, dass ich ohne den Schreibmonat keinesfalls so weit gekommen wäre. Im Gegenteil, ich hätte diese Geschichte ja nicht einmal in Angriff genommen. Also von dem her gesehen, bin ich eine Gewinnerin.

Mantamädchen
Auch nach so vielen Seiten fühlt es sich seltsam an, dass gewohnte Genre zu verlassen und etwas völlig anderes zu schreiben. Das Thema Liebe viel intensiver einzubinden und ein Geheimnis nach und nach aufzudecken, dass einen eiskalten Schauer über den Rücken jagt und so rein gar nichts fantastisches oder dystopisches an sich hat. Das macht auch weiterhin den Reiz aus. Ich erwische mich dabei, wie meine Gedanken vom Wege abkommen und die Story mit ein bisschen Magie bepudern möchten. Gerade was die Unterwasserwelt betrifft, ist es eine Herausforderung, es nicht zu tun. Dann frage ich mich immer mal wieder, ob die Geschichte um Nola nicht zu langweilig ist.
Mittlerweile glaube ich, dass ich es einfach nicht gewohnt bin meine Protagonisten nicht von einem Drama ins nächste zu stürzen. Vielleicht freuen sich ja dann die Leser*innen, die sich schon beschwert haben, dass es keine Luftholpausen bei mir gibt.

Kolibris
Im nächsten Jahr rückt wieder ein anderes Skript in den Fokus. Ich werde mich eine Weile von der Sommergeschichte trennen, um in herbstlichere Gefilde einzutauchen. Meine fantastische Novelle wartet darauf, beendet zu werden. Und ja, ich freue mich sehr, wieder in fremde Welten abzutauchen.